Das
Kreuz mit dem
Kreuzschmerz
Mittlerweile
werden
Rückenschmerzen fünfmal häufiger
diagnostiziert als 1980. Trotzdem sie die
häufigste Ursache von Arbeitsausfällen sind und sich
die Behandlungskosten auf mehr
als 15 Milliarden Euro im Jahr (!!!) belaufen erfolgt die Behandlung
oft nach
veralteten und nachweislich falschen Konzepten. Ernüchterndes
Fazit der im Mai
2001 stattgefundenen Fachtagung „Volkskrankheit
Rückenschmerz“. Neuere
Erkenntnisse zwingen zwangsläufig zu einer völlig
anderen Sichtweise. Indes
halten sich alte und falsche Vorstellungen genau so zählebig
wie unangreifbar.
Zu
den häufigsten
Fehlern zählt die Praxis, den Patienten ein falsches
Verständnis ihrer
Beschwerden zu vermitteln. Nach wie vor wird zur Erklärung das
allzu einfache
Bild vom „Verschleiß“ der
Wirbelsäule herangezogen, was inzwischen als
widerlegt gelten darf. Die Folgen sind genau so fatal wie der Versuch,
die
Kranken mit Injektionen und Medikamenten auf Dauer von ihren Schmerzen
zu
befreien, da es sich hierbei allenfalls um Symptomlinderung und
-behandlung
handelt.
Ein
weiterer Fehler
liegt in der Überschätzung von
Röntgenbildern, Computertomogrammen und
Kernspinaufnahmen. Bei einem Drittel der Patienten zeigen die Bilder
deutliche
Veränderungen, obwohl sie beschwerdefrei sind. Wobei auch der
umgekehrte Fall
eintritt: Viele Patienten leiden unter Rückenschmerzen, doch
lässt sich mit den
üblichen Diagnoseverfahren nicht viel feststellen.
Auch
die
chirurgischen Eingriffe sollten keineswegs als erforderlich und gegeben
hingenommen werden. Denn oftmals haben die Patienten nach der Operation
noch
die gleichen, wenn nicht gar heftigere Beschwerden.
Bei
den allermeisten
Diagnoseverfahren wird nicht berücksichtigt, dass vielen
Beschwerdezuständen
eine permanente Muskelanspannung zugrunde liegt, die es zuerst zu
lösen gilt.
Oftmals haben erst dann die entsprechenden Therapien ihren Sinn und
ihre
Berechtigung.
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